Ein Ort, der niemanden gleichgültig lässt

Deià ist ein legendärer Ort Mallorcas. In den 1960er- und 1970er-Jahren wurde er während der letzten Jahre der Franco-Diktatur zu einem Zufluchtsort für Künstler aus aller Welt und mit Freiheit und Kreativität verbunden. Mit der Zeit entwickelte er sich zugleich zu einer Enklave sehr wertvoller Häuser, von denen viele internationalen Bewohnern gehören.

Im Sommer erweckt das kulturelle und gastronomische Angebot den Ort intensiv zum Leben, und auf den Zufahrtsstraßen kann es eng werden. Im Winter findet Deià zu einem anderen Rhythmus zurück. Straßen und Bergwege lassen sich in Ruhe erkunden, und der Ort zeigt erneut, warum Menschen sich entweder in ihn verlieben oder unberührt bleiben – aber selten gleichgültig.

Der Weg nach Llucalcari

2021 wanderte ich auf einer der bekanntesten Routen der Gegend, die mit dem Camí de Castelló beziehungsweise Son Coll verbunden ist. Ich stellte das Auto in Deià ab und folgte dem Weg hinunter zur Küste bis zum kleinen Weiler Llucalcari, ganz in der Nähe von Cala Deià.

Damals waren Abschnitte des Pfades am Meer durch Erdrutsche beeinträchtigt und verlangten Vorsicht. Ein Teil des Rückwegs verlief entlang der MA-10. Obwohl die Route keine extremen Höhenunterschiede aufwies, dauerte sie mehrere Stunden und führte über zahlreiche Stufen und unebene Wege. Für Menschen mit Höhenangst oder eingeschränkter Kondition war sie nicht geeignet.

Die Belohnung war ein intensiver Blick auf die Landschaft zwischen Deià und Llucalcari. Doch die Tramuntana muss ernst genommen werden. Bedingungen, Grundstücksgrenzen und Wege verändern sich. Tragen Sie passende Kleidung, nehmen Sie Wasser mit, folgen Sie den Markierungen und prüfen Sie vor dem Aufbruch aktuelle offizielle Informationen.

Cala Deià im Winter

Cala Deià gehört zu Mallorcas begehrtesten Orten. Im Sommer ist der kleine Parkplatz früh voll, und die Zufahrt wird schwierig. Der Winter erzählt eine andere Geschichte: keine drückende Hitze, weniger Menschen und jene Einsamkeit, die die Insel in ihren ruhigeren Monaten bieten kann.

An einem Samstagmorgen machte ich dort Halt, während ich als Immobilienmakler über die Insel fuhr, um mögliche Häuser für den Verkauf zu besichtigen. Es war windig, regnerisch und kalt. Das Meer war rau und die Bucht fast leer. So entstanden Bilder, die kein ruhiges Sommerfoto bieten könnte.

Mallorca ist das ganze Jahr über ein Paradies – aber nicht immer aus denselben Gründen.