Die Route, die mir im Gedächtnis blieb

Während der Unsicherheit der Pandemie waren die Möglichkeiten auf Mallorca begrenzt. Das zusätzliche Gewicht vom inzwischen berühmten Sauerteigbrot und all den online gefundenen Rezepten musste irgendwie wieder verschwinden. Wie viele andere begann ich zu wandern.

Die Insel ist außergewöhnlich gut zum Wandern geeignet. Die Routen reichen von leicht bis anspruchsvoll und lassen sich allein, zu zweit oder in einer Gruppe genießen. Von allen Wegen, die ich zurücklegte, ist die Runde durch das gesamte Tal von Sóller die eindrucksvollste geblieben.

Ich startete in Sóller, ging weiter nach Fornalutx, stieg durch die Schlucht von Biniaraix hinauf und kehrte anschließend nach Sóller zurück. Die Tour dauerte etwa vier bis fünf Stunden. Der Anstieg hinter Fornalutx verlangte Einsatz, doch die Landschaft rechtfertigte jede Anstrengung: Stein, Terrassen, Wasser, Bäume und Berge, die sich um das Tal ordnen.

Weitere Lieblingsgebiete sind Alcúdia, Pollença und Artà, wo es viele Touren unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade gibt. Meine Erinnerungen sind persönliche Berichte und keine aktuellen Wegbeschreibungen. Wetter, Zugänge und Wege verändern sich; Wanderer sollten deshalb immer offizielle Informationen prüfen, Wasser mitnehmen und geeignetes Schuhwerk tragen.

Sóller: eine Welt hinter den Bergen

Durch seine Lage und Topografie bewahrte Sóller eine starke, unverwechselbare Identität. Einst war es ein hinter Bergen verborgenes Dorf, das man am natürlichsten über das Meer und Port de Sóller erreichte. Heute ist es international, lebendig und manchmal sehr voll; dennoch halte ich es weiterhin für einen der kulturell vielfältigsten Orte der Insel.

Diese Multikulturalität bereichert Besucher und Bewohner gleichermaßen. Der Ort bietet außergewöhnliche Landschaften, direkte Zugänge zu Bergwegen, einen schönen Hafen, eine vernünftige Verbindung nach Palma und – vielleicht am wichtigsten – ein reiches Kultur- und Gastronomieleben. Das nahe Biniaraix und Fornalutx wirken wie kleine Oasen der Ruhe.

Spanisch, Mallorquí und Englisch gehören hier zum Alltag; auch Deutsch hört man häufig. Schon ein Spaziergang durch die Straßen lohnt sich. Vor der Kulisse der Berge verbindet die Architektur unterschiedliche Stile. Manche Alleen erinnern mich unerwartet an Buenos Aires, andere Gebäude sind unverkennbar mallorquinisch und mediterran.

Die Kirche verdient ein eigenes Kapitel. Sie ist bis heute ein Mittelpunkt der Gemeinschaft und bestimmt den Hauptplatz. Sóller ist eine Verbindung aus Geschichte, Kultur und Landschaft. Die Wanderung durch das Tal ließ mich verstehen, dass dies keine voneinander getrennten Sehenswürdigkeiten sind, sondern ein lebendiger Ort.